Protokoll Schützenfest 2016

Schützenfest 2016

Gefeiert vom 10. bis 12. September 2016

Als Schriftführer sucht man immer nach der passenden Eröffnung für ein Protokoll, in diesem Jahr ist es ganz einfach, denn eine Vielzahl von Überschriften fielen mir spontan ein:

- Schützenverein feiert zum ersten Mal auf eigenen Grund und Boden

- Hochsommerliche Temperaturen im September bilden den Rahmen für ein tolles   Schützenfest

- Der restaurierte Schellenbaum bereicherte die Festumzüge

- Das amtierende Königspaar Rainer und Henriette Niehaus feiern ein stimmungsvolles Fest

- Ein spannendes Vogelschießen leitet die Ära von Hendrick Stiens und Anna Stijohann ein

- und und und…..

Ich glaube, wenn man alles zusammenfasst, trifft es den Kern des gesamten Schützenfestes in Horn-Millinghausen, denn wir haben ein friedliches, stimmungsvolles und emotionales Schützenfest gefeiert.

Als Oberst Bernd Osterhoff am Samstagnachmittag neben den Jungschützen Julian Valland, Leon Lax, David Lause, Robin Büse und Maximilian Majorica auch zahlreiche Schützen auf dem Marktplatz begrüßen konnte, meinte der Wettergott es sehr gut. Es war angenehm warm, dass von Elmar Sprute gestiftete Bier sehr kühl und die Stimmung verheißungsvoll. Unter der Stabführung von Philipp Bussmann vom Tambourkorps Schmerlecke und Norbert Großewinkelmann vom Musikverein Mastholte ging es durch die Pflaumenalle Richtung Millinghausen. Ralf Johanterwage ging in seiner Rede auf den vorbildlichen Einsatz von Ortsvorsteher Martin Niehaus in Bezug auf die Integration der Flüchtlinge ein, ebenso erwähnte er Martins unermüdlichen Einsatz für die Belange des Doppeldorfes.

Auf dem Schützenrastplatz gab es ein Novum in Bezug auf Ständchen. Oberst Bernd Osterhoff konnte neben dem 60-jährigen Jubelkönig Eugen Schulte auch die 50-jährige Jubelkönigin Ingeborg Bürger und die 40-jährige Jubelkönigin Angelika Schulte begrüßen.

So konnte Bernd zu jedem Jubelmajestät ein Stück Vergangenheit in Erinnerung rufen, dabei stellte sich heraus, dass viele Tugenden von damals auch heute noch genauso aktuell sind. Im Schatten der Königsfahnen spielten die Musiker auf und es herrschte ein schöner Geist in der Dorfmitte von Millinghausen. Können wir öfter machen.

Vor dem Hause Osterhoff angekommen, hielt Martin Niehaus die Laudatio, hier zeigte er die Parallelen von einem Schiff zum Schützenverein, bei der Bernd als Kapitän ruhig und besonnen den richtigen Kurs vorgibt. Können wir auch weiter so machen.

Der inzwischen stark angewachsene Schützenzug zog anschließend in die Friedhofstraße ein, um dort vor dem Hause Schmitz zu halten. Patrick Stewen verglich hierbei den Schützenverein mit einem wohlgepflegten Auto, bei dem alles zusammen passt, damit die Fahrt angenehm und interessant ist. Schriftführer Martin Schmitz nahm diesen Vergleich gerne auf und fügte hinzu, dass bei wesentlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen auch an der Struktur des Schützenvereins Veränderungen vorgenommen werden müssten.

Der Lohweg war geschmückt, das Haus Niehaus erstrahlte im Glanz, ein schöner Kranz schmückte das Haus des amtierenden Königspaars Rainer und Henriette Niehaus, als der Schützenzug aufmarschierte.

Akribisch hieß das Zauberwort, welches Festredner Paul Williams zum Ausdruck brachte, um so ein Fest zu planen und in diesem Fall passte es genau, denn die folgenden Stunden zeigten, dass die beiden mit Leib und Seele Schützenfest feiern können und mit Begeisterung dabei waren. Henny in einem Meerjungfrauen-Kleid zog hierbei die Blicke der Gäste und Schützen auf sich.

Mucksmäuschen still war es am Ehrenmal als der große Zapfenstreich dargebracht wurde und es dämmerte bereits als es unter das Festzelt ging. Christoph Bergkemper trug den frisch renovierten Schellenbaum, der den Umzug bereicherte unter das Festzelt. Hier zeigte sich, dass alle Mühe sich im Vorfeld gelohnt hatte, akribisch vorbereitet wurden, denn es herrschte eine super Stimmung an den Tischen. Sicherlich trug auch das frisch gezapfte Bier und die locker gestellten Stehtische im Bereich des Königstisches dazu bei. Die Mastholter Musiker können nicht nur Marschmusik, sondern haben auch ein breites Spektrum an Tanzmusik dabei und so wurde bis in den frühen Morgen friedvoll gefeiert.

Bevor der Blumenschmuck mit Flüssigkeit versorgt werden konnte, hieß es den Königstisch zu richten, Tische zu stellen und Stühle in Reserve bereit zu halten.

Punkte 14:00 Uhr begann der zweite Schützenfesttag mit einer von Hubertus Stiens kommandierten Fahnenparade, Oberst Bernd Osterhoff gedachte dem verstorbenen Schützenbruder Günter Sommer. Die Musiker aus Schallern waren zur Unterstützung dabei und gaben sich bei herrlichem Sonnenschein gut gelaunt und spielfreudig.

Auf ging es in den Lohweg um das amtiernden Königspaar abzuholen. Viele Gäste hatten sich bereits eingefunden, als Henny in einem wunderschönen Kleid die Front der Schützen abschritt. Rainer hatte aber auch eine schicke Uniform an. Bei der Feier am Ehrenmal wurde im wahrsten Sinne des Wortes „inne gehalten“. Pastor Dirk Gresch hielt eine bemerkenswerte Rede, in der er nicht nur an die Opfer von sinnloser Gewalt erinnerte, sondern auch die Bedeutung von inne halten und Gedenken zum Ausdruck brachte. Hanna Osterhoff las ein Brief von Bernds Oma vor, welcher aus dem Kriegsgeschehen stammte. Diese Zeit müssen wir hoffentlich nicht nochmal erleben.

Auf dem Marktplatz konnten die zahlreichen Besucher eine eindrucksvolle Parade bestaunen, bevor es anschließend auf der Vogelwiese zur Jubilar-Ehrung kam. Rainer und Henny nahmen gerne die Ehrungen vor, denn bereits seit stolzen 70 Jahren hält Friedel Hilkenbach den Verein die Treue. 60-jähriges feierten Heinz Göke, Franz Grundmann, Anton Hoffmeier, Alfons Lange und Ludwig Osterhoff. 50 Jahre im Schützenwesen engagieren sich Willi Becker, Norbert Klaus und Bernhard Jäger. Seit vier Jahrzehnten tragen Theo Schulte, Martin Niehaus, Heribert Lause, Günter Gerigk und Rainer Hilkenbach die Uniform. Ausgezeichnet für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Dr. Michael Altstädt, Martin Jöring, Wolfram Mechsner, Martin Rieks, Günter Sichward sowie Dr. Meinolf Wienhues.

Ist ein Vertreter des Kreisschützenbundes anwesend, in diesem Jahr in Person von Josef Freund, stehen besondere Ehrungen an: So wurde Matthias Maas und Paul Williams ausgezeichnet. Matthias sorgt mit seinem Engagement für den Schützenverein dafür, dass wir überhaupt auf dem Zelt feiern können, denn er ist nicht nur für die Pflege des Rasens zuständig, nein auch für den Transport des Zeltes. Paul Williams sorgt seit 15 Jahren für ununterbrochene Tätigkeit als Offizier dafür, dass am Montagmorgen das Biergericht zu einem echten Event und Anziehungsmagnet für das Schützenfest geworden ist.  Für ihren Einsatz erhielt Matthias Maas den Orden für Verdienste, Paul Williams wurde mit dem Orden für besondere Verdienste ausgezeichnet.

Der Königstanz rundete einen wunderschönen Sonntagnachmittag ab. Premiere hatte in diesem Jahr der sogenannte Seniorentisch, an dem der Schützenverein zu Kaffee und Kuchen eingeladen hatte. Dieser wurde gut frequentiert und die überwiegend weiblichen Besucher hatten richtig Spaß. Kann auch beibehalten werden.

Bei der Musikschau wechselten sich die Vereine aus Schmerlecke, Mastholte und Schallern ab, so dass die Gäste ein breites Spektrum an unterschiedlichen Musikvarianten genießen konnten. Und wenn in 2017 auch noch vor dem Zelt die Musik aufspielt, dann ist dieses mit Sicherheit eine vortreffliche Angelegenheit.

Der Kindertanz, in diesem Jahr etwas aufgepeppt durch Piratenhüten, bedeutet zwar das Ende für die jüngeren Besucher, für die etwas älteren Teilnehmer heißt dieses aber gleichzeitig: es darf getanzt, gefeiert und geschunkelt werden.

An dem Königstisch herrschte schnell eine super Stimmung. Kai Schulte und Jens Utzel hatten sich als Königsoffiziere auch etwas Besonderes einfallen lassen, denn in der Horner Kino-Show waren alle Stars und Sternchen des Filmgeschäfts zu treffen. Eine super Idee. Kann auch wiederholt werden.

Mit dem musikalischen Nachgebet auf dem Marktplatz endete der offizielle Teil des zweiten Schützenfesttages, innoffiziell hieß es, dass im Lohweg es noch etwas länger dauerte, bis die letzten das Bett gefunden hatten.

Die Musiker aus Schmerlecke waren allerdings am Montagmorgen um 6.00 Uhr wieder fit, denn es musste ja ein alter/neuer Weckoffizier begrüßt werden und so fing für Hubertus Stiens ein Tag an, den er nicht so schnell vergessen wird.

Ralf Johanterwage wartete auf dem Marktplatz um eventuelle Irrläufer Richtung Schule zu schicken, jedoch war er ganz alleine, denn alle Schützen trafen sich korrekt auf dem Schulhof der Grundschule um die Kinder mit in die heilige Messe zu nehmen. Ein Wunsch von Verena Hesse, der Schulleiterin, den der Schützenverein gern entsprach.

Nach der Messe, welche traditionell mit dem Lied „Tochter Zion“ endete, erhielt Pastor Dirk Gresch an der Kirche ein Ständchen, ebenso sprach Noch-König Rainer Niehaus Frau Gerik den Dank des Schützen-vereins aus, denn Frau Gerik war nun mit etwas über 80 in den wohl-verdienten Ruhestand als Küsterin getreten. Der Dank wurde mit kalten Kurzen erwidert und schon ging es Richtung Zelt. Kurz am Cyriakus-Haus angehalten, um den reisenden Senioren ein Ständchen zu bringen, und schon konnte unter dem Festzelt sich für das Vogelschießen gestärkt werden. Als die Schützen aufmarschierten war das halbe Zelt schon belegt, denn die Festbewirtung Bertelsmeier hatte zum Frühstück für jedermann geladen und es duftete herrlich, als die Schützen Platz nahmen.

Paul Williams, der „Biergericht-Beauftragte“ ließ noch einmal den olympischen Gedanken unter dem Festzelt Einzug nehmen und so traten die einzelnen Ländermannschaften an, um ihre Kräfte, bzw. ihr Können zu demonstrieren. Nach gelungenen Gesangseinlagen, spielerisches Können und ein schier unglaublicher Bedarf an Eiern konnte es eigentlich nur Gewinner geben. Und das Ganze noch pünktlich, so dass es um kurz nach elf unter die Vogelstange gehen konnte, einfach Klasse Paul.

Hoch oben im Kugelfang grinste Kai-Olli III vom Lohweg anfangs noch, das Lachen verging ihm aber fix, denn Rainer Niehaus sicherte sich mit dem ersten Schuss die Krone. Und so musste der stolze Aar, wieder von Uwe Valland gebaut, Schuss um Schuss Federn lassen. Mit dem 31 Schuss sicherte sich Martin Johanterwage das Zepter, den Apfel errang Markus Lause (43 Schuss) und Josef Köhler (sen.) schoss dank Gottes Hilfe das Fass mit dem 51 Schuss vom Halse des Vogels. Einen Wettkampf um den Königstitel lieferten sich wenige Minuten später Oliver Dormann, Lucas Langemeyer, Henning Hoffmeier, Sven Hilkenbach und die Gebrüder Stiens. Aus diesem spannenden Wettbewerb ging Hendrik Stiens mit dem 136. Treffer als Sieger hervor. Die Schützen stürmten auf ihn zu und im Bad der Menge wurde der neue König gefeiert. Die Königswürde scheint dem 22-jährigen in den Genen zu liegen, denn er war bereits im Jahr 2013 König der Runkelkompanie und das sein Vater Kaiser in Horn ist, wissen die meisten. Kleine Anmerkung des Schriftführers: Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses noch nicht das Ende der Königsfamilie Stiens ist, denn da gibt es noch einen Aspiranten, den wir nicht aus den Augen verlieren sollten.

Anna Stijohann aus Lipperode regiert nun mit Hendrik Stiens ein Jahr das Horner Schützenvolk und so wurden die beiden unter Jubel auf das Festzelt gebracht. Auf der Theke musste sich Rainer schweren Herzens von seiner Königskette trennen, Oberst Bernd Osterhoff bedankte sich beim scheidenden Königspaar für ein gelungenes Schützenjahr und übergab Hendrik die Königskette. Die Insignienschützen wurden ausgezeichnet und unter dem Festzelt wurde noch lange geschunkelt, bevor es um 17:15 Uhr hieß „Antreten auf dem Marktplatz“ zum Abholen der neuen Majestäten.

Bei der Fahnenparade waren zwei neue Gesichter zu sehen, denn Philipp Stiens wurde als Königsoffizier gebraucht und Hendrik nun mal als König und so hatten Maurice Schäfer und Nyls Bollow Premiere, die aber absolut sicher gelang. In der Friedhofstraße angekommen brandete Jubel aus, als das sympathische junge Königspaar die Front der Schützen abnahm. Lucas Langemeyer komplementierte das Königspaar in seiner Funktion als Königsoffizier. Auch eine Premiere, auch absolut gelungen, kann so weiter gehen.

Bei dem Vorbeimarsch am Marktplatz hatten sich die Jungschützen Trikos von Rot-Weiß-Horn übergezogen, denn Heckes, wie unser König liebevoll genannt wird, ist nun mal auch ein guter Fußballer und auch dort ein sicherer Fels in der Abwehr.

Nach dem Königstanz hieß es sich bei Kaffee & Kuchen erstmal zu stärken, bevor mit dem Kindertanz der dritte Abend für die Kinder endete, für die Erwachsenen aber erst richtig losging.

Wieder eine kleine Anmerkung des Schriftführers: Als Vater von zwei Mädchen, die in diesem Jahr das Karussellfahren für sich entdeckt hatten, hat man schon mal das Gefühl, dass zumindest ein Teil des Fahrgeschäfts nun sein eigen nennen kann. Eigentlich ganz schön das Gefühl, aber als abends die Jungschützen mich ansprachen, wie teuer denn so ein Zelt sei, wurde mir doch etwas mulmig zumutet. Sie wollten nur mal so hören, was passieren würde, wenn das Zelt der Stimmung nicht standhalten würde.

Um es vorweg zu nehmen: Die Stimmung war super, das Zelt ist o.k. und wir haben keine Rechnung aus Schallern bekommen. Kann auch so bleiben.

Für Hendrik und Anna hieß es nun aber die lange Zahl der Gratulanten zu begrüßen und man merkte beiden den Spaß an, den sie dabei hatten.

Schnell wurde kräftig gefeiert, getrunken und Stimmung gemacht, so dass eine ausglassende Stimmung herrschte. Hätten die Mastholter nicht irgendwann mal aufgehört zu spielen, ich glaube, dass hätte noch lange gedauert, bis die Fete zu Ende gewesen wäre.

Irgendwann war es dann aber soweit, der offizielle Teil des dritten Schützenfesttages fand sein Ende, der inoffizielle Teil fand vor, im und am Pool des Hauses Stiens statt und der dauerte dann doch etwas länger.

Das Schützenfest 2016 mit seinen vielen Höhenpunkten ist vorbei und hierauf können wir alle stolz sein, denn Horn-Millinghausen hat sich von einer ganz hervorragenden Seite gezeigt. Der Vorstand bedankt sich bei allen Schützenbrüdern, die durch ihr Mitwirken dazu beigetragen haben. Besonderer Dank gilt dem Team um Sabine und Werner Bertelsmeier, sowie André Kiel, die klasse Arbeit geleistet haben und wir hoffen auf ein schönes und auch friedvolles Schützenfest im Jahr 2017. Die Feuerwehr-Kameraden haben auch in diesem Jahr wieder ganze Arbeit geleistet, so dass die Umzüge sicher stattfinden konnten. Danke. Ebenso gilt unser Dank Heinz-Peter Buschkühle der am Schützenfest-Dienstag ein deftiges Mittagessen servierte und somit für einen gelungen Abschluss der Aufräumarbeiten sorgte.

Schützenabrechnung

Horn-Millinghausen, im November 2016